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Mit Daten aus sozialen Netzwerken Epidemien bekämpfen

15.09.15

VIS-Forscher in EU-Projekt CIMPLEX beteiligt

Experten der Visualisierung und der Mensch-Computer-Interaktion verfolgen das Ziel, große Datenmengen durch die Entwicklung interaktiver visueller Anwendungen leichter zugängig und damit nutzbar zu machen. Informationen, die durch neue Kommunikationstechnologien oder in sozialen Netzwerken gesammelt werden, sind dabei ein spannendes Forschungsfeld.

Innerhalb der zurückliegenden Jahre entstand am Institut für Visualisierung und interaktive Systeme (VIS) der Universität Stuttgart beispielsweise das Visual Analytics Tool Scatterblogs. Dieses analysiert Twittermeldungen in Echtzeit, um sie für den Katrastrophenschutz aufzubereiten. Live werden die getwitterten Meldungen interaktiv angezeigt und auf Hinweise, etwa zu Erdbeben, Amokläufen, Hochwasser oder ähnlichen Krisen analysiert.

Nun arbeiten Mitarbeiter am VIS unter Leitung von Prof. Thomas Ertl und Prof. Albrecht Schmidt an einem neuen System zur Bewältigung von Epidemien mit. Im Rahmen des EU-Projektes CIMPLEX, dass seit Januar 2015 mitmehr als fünf Millionen Euro gefördert wird, sollen Augenzeugenberichte, Einschätzungen betroffener Bürger, Daten und Computermodelle miteinander vernetzt und benötigte Informationen in Echtzeit gesammelt und ausgewertet werden, um notwendige Maßnahmen schnell und zielgerichtet einleiten zu können. Die geplante Informationsplattform soll dabei sowohl von Laien als auch von Profis auf unterschiedlichsten Endgeräten bedient werden können.

Neben den Stuttgarter Informatikern sind Mathematiker, Soziologen und Systemarchitekten vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (Schweiz), des University College London (England), der Central European University (Ungarn) sowie des italienischen Partners Fondazione Istituto per L’Interscambio Scientifico, Consiglio Nazionale delle Ricerche und Fondazione Bruno Kessler an dem Projekt beteiligt.

Die Welt berichtete Anfang September über das geplante Forschungsvorhaben.

 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf www.cimplex-project.eu.