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Hintergrund und Entstehungsgeschichte

Forschung für die Energieversorgung von heute

Im Jahr 1985 startete ein Forschungsprojekt unter dem Namen HYSOLAR. In diesem Programm wurden von Wissenschaftlern des Saudi-Arabischen Königreiches und Deutschland die technischen Möglichkeiten der Solarstrahlungsernte, ihrer Speicherung im Sekundärenergieträger Wasserstoff und ihrer Nutzung entwickelt und demonstriert.

Im Juni 1986 wurde der Bauantrag über die Erstellung eines Institutsgebäudes beim Baurechtsamt Stuttgart eingereicht und etwa 3 Monate später genehmigt. Bauherr war das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Universitätsbauamt Stuttgart. Der Zeitplan für das Vorhaben war sehr eng gesteckt, so dass in nur 6 Monaten das Institutsgebäude mit einer handvoll Büros und Labore errichtet und schon im Juni 1987 durch die Forscher in Betrieb genommen werden konnte.

Im HYSOLAR-Programm wurde erstmalig in großem Umfang die Erzeugung und Nutzung von solarem Wasserstoff mit den zur Verfügung stehenden neuesten Technologien erforscht und demonstriert. Es entwickelte sich zu einem sehr erfolgreichen Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekt und wurde Vorreiter für die Entwicklung der solaren Wasserstofftechnik.

Insgesamt forschten etwa 60 Wissenschaftler und Techniker, u.a. aus den Bereichen Luft- und Raumfahrttechnologie, Chemie, Materialwissenschaft, Elektronik, Thermodynamik oder Verfahrenstechnik. Gefördert wurde das Projekt 10 Jahre lang mit insgesamt 83,5 Millionen DM [1]. Neben Saudi-Arabischen Partnerorganisationen waren folgende deutsche Institute beteiligt:

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Köln und Stuttgart
  • Institut für Physikalische Elektronik, Universität Stuttgart
  • Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen, Universität Stuttgart
  • Institut für Technische Thermodynamik und Thermische Verfahrenstechnik, Universität Stuttgart

Neue Pläne schmieden

Ursprünglich sollte das Gebäude nur für die Laufzeit des HYSOLAR-Projektes genutzt werden. Nachdem die ursprünglich untergebrachten Wissenschaftler teilweise den Bau verlassen hatten und er nur teilweise belegt war, traten im Laufe der Zeit Bauschäden auf. So wurde durch das Universitätsbauamt nach einer neuen langfristigen Nutzung gesucht.

Visualisierung großer Datenmengen

2008 kam es zur Beauftragung von Umbau und einer Erweiterung des ehemaligen HYSOLAR-Gebäudes, um dem neu gegründeten Visualisierungsinstitut eine neue Heimat zu geben.

Innerhalb der vierzehnmonatigen Baumaßnahmen wurde der Altbau umfassend saniert und es entstand ein Neubau für weitere Büros, einen studentischen Computerraum sowie einem Seminarraum. Anschließend wurde im Untergeschoss ein Visualisierungslabor mit einer großflächigen Projektionsleinwand installiert, das in dieser Form europaweit seinesgleichen sucht. Ende 2010 wurde das VISUS-Gebäude offiziell übergeben.

Heute forschen hier etwa 30 Wissenschaftler mit dem gemeinsamen Ziel, einen intuitiven grafischen Zugang zu umfangreichen Datenbeständen aus realen und virtuellen Welten zu geben. So sollen komplexe Informationen für das menschliche Auge sichtbar sind damit begreifbar gemacht werden. Die Forschungsthemen erstrecken sich von der Strömungsberechnung im virtuellen Windkanal bis zur medizinischen 3D-Bildgebung, von der Molekulardynamik bis zur Systembiologie und von Patentdatenbanken bis zu Videoströmen.

Literatur

[1] Brinner, A. und Steeb, H.: Das Deutsch-Saudiarabische Technologie-Entwicklungsprogramm HYSOLAR. sonstiger Bericht. Heft 3 (deutsche und arabische Ausgabe). 88 S. (2001).